Weg mit der alten B12 im Altmühldorfer Tal!

Ein G’schichterl von Bernhard Wagner

Bernhard Wagner: „Muaß’ma durch Muidorf durch?“

Ich bin Bernhard Wagner, in Altmühldorf aufgewachsen, nun 68 Jahre alt und im Ruhestand. Seit ich Kind war, begleitet mich die Schnellstraße im Altmühldorfer Tal, die frühere B12. Sie wurde Anfang der 70er gebaut und entlastete die Altmühldorfer Ortsdurchfahrt, die allen Verkehr aus dem Westen über die Innbrücke in den Osten in der Nachkriegszeit bewältigt hatte. Eine enorme Verbesserung für alle Durchreisenden und natürlich für die Mühldorfer. Hintan musste stehen, dass das Altmühldorfer Tal und die Inn-Auen durchschnitten und mit einem Lärmteppich rund um die Uhr belegt wurden.

Im Norden der Stadt sind inzwischen zwei große Straßen in West-Ost Richtung entstanden. Die Nordtangente und die Autobahn A94. Warum kann dann die alte B12 im Tal nicht weg?

Das ist nicht so einfach, denn in Mühldorf gibt es keine leistungsfähige Nord-Süd-Verbindung. Wie soll der Verkehr aus dem Süden der Stadt und der über die Innbrücke fließende Verkehr aus dem Südosten, aus Polling, Garching, Trostberg, in den Norden zur Autobahn kommen? Friedhofstraße und Stadtberg können schon den innerstädtischen Verkehr kaum bewältigen.

Nur die sagenumwobene Ost-Tangente, ein Brückenschlag über den Inn bei Ehring (Nähe ODU) und die Weiterführung über den Kanal, über die „kleine Osttangente“ hinaus zur Autobahnauffahrt NORD, wäre eine Lösung. Seit mehr als 30 Jahren wird davon gesprochen, aber die Kosten sind horrend. Außerdem muss wieder Naherholungsraum und geschützte Inn-Auen im Bereich Aham und Eisenbahnbrücke geopfert werden.

Das hat man nun davon, wenn man in einer schönen Stadt an einem schönen Fluss wohnt, mit Oberstadt und Unterstadt, mit einer vierspurigen Inn-Brücke und mit wenig Platz rund um die Altstadt. Viel Verkehr!

Nun…was könnte eine Lösung sein, oder ist es eine Utopie?

Mit dem Quellverkehr innerorts käme man schon irgendwie zurecht… Aber nur, wenn der öffentliche Nahverkehr funktioniert und es nicht immer noch mehr Autos auf den zu engen Straßen fahren. Die Autofahrer aus der näheren Umgebung im Süden und Osten sollten über Altötting auf die Autobahn geleitet werden. Auf der Innbrücke gibt es Brückenmaut wie in alten Zeiten. Mühldorfer Autos frei und Auswärtige dürfen zahlen. Eine Straßenbahn fährt am Volksfestplatz vorbei über die Brücke und kann Leute in die Altstadt bringen. Sie fährt dann weiter am Campus Innstadtpark vorbei, zu den Sportstätten Altmühldorf, auf der alten B12-Trasse durch’s Naherholungsgebiet Altmühldorfer Tal und hoch zum Park&Ride in der Nähe des ehemaligen Kingdom-Parks.

So wird die Stadt Mühldorf noch attraktiver für ihre Bürger und alle, die nach Mühldorf reinmüssen. Lieber außerhalb bequem parken und den öffentlichen Verkehr nutzen.

Lieber in Ruhe am Inn spazierengehen, als irgendwo hin zu fahren, wo man wieder Parkplatz suchen muss.

…und die alte B12 im Altmühldorfer Tal wäre zu meinen Lebzeiten weg!

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