
Der Klimawandel ist längst auch bei uns im Landkreis angekommen und zeigt sich in immer häufigeren Extremwetterphasen. Wir müssen uns bestmöglich darauf vorbereiten. Dabei spielen unsere Feuerwehren und das THW eine entscheidende Rolle.
Für Hitze- und Dürreperioden heißt das, in den Siedlungen Bäume zu pflanzen, öffentliche Gebäude intelligent zu planen und mit Trinkwasserquellen und offenen Wasserflächen für Abkühlung zu sorgen. Gleichzeitig müssen unsere Feuerwehren auf Wald- und Flächenbrände vorbereitet werden – durch passende Ausrüstung, Ausbildung und gute Vernetzung.
Für Starkregenereignisse brauchen wir innerorts entsiegelte Flächen, die Wasser aufnehmen können, und angepasste Hochwasserbarrieren. Auf dem Land helfen uns renaturierte Fluss- und Bachläufe und angemessene Flutpolder.
Wir wollen umfassende Risikoanalysen für den gesamten Landkreis, die uns erlauben, die erforderlichen Vorkehrungen umzusetzen. Für den Ernstfall braucht es ein leistungsfähiges Frühwarn- und Krisenmanagement sowie gut ausgestattete und personell starke Feuerwehren und THW-Einheiten, um die Schäden zu minimieren.
Und vor allem gilt es natürlich, den Klimaschutz weiter zu verstärken. Denn er bleibt die günstigste Form des Katastrophenschutzes!
In einer alternden Gesellschaft wird Mobilität ein Schlüsselthema für soziale Teilhabe. Von öffentlichen Verkehrsmitteln profitieren alle: diejenigen, die nicht fahren können, dürfen oder wollen; diejenigen, bei denen das Geld zu knapp für das Auto ist; diejenigen, die große Anteile ihrer Freizeit für „Taxifahrten“ für Kinder oder ältere Menschen aufbringen; oder schlicht diejenigen, die sich über weniger Verkehr auf den Straßen freuen.
Effiziente Linien entlasten den Verkehr, sodass es weniger Stau gibt und der Verkehr sicherer ist. Mühldorf gehört zu den Schlusslichtern beim öffentlichen Verkehr – das muss sich dringend ändern. Denn Mobilität bedeutet Lebensqualität. Nutzen wir also den MVV-Beitritt, um hier voll durchzustarten!
Wir planen öffentlichen Verkehr strategisch und kreativ: Auch wenn aktuell wenig Geld im Landkreishaushalt vorhanden ist, werden wir aktiv: Mithilfe des MVV entwickeln wir das landkreiseigene Verkehrskonzept weiter, sodass Linien sofort umgesetzt werden können, sobald finanzielle Spielräume vorhanden sind. Wir unterstützen kreative Mobilitätsansätze wie eine Mitfahr-App, Mitfahrbankerl oder Ehrenamts- oder Seniorenbusse für alle Landkreiskommunen. Das sind Konzepte, die andernorts schon funktionieren, also können wir sie schnell und unbürokratisch umsetzen.
Durch solche Modelle wird Mobilität inklusiv: Menschen ohne Auto erhalten unabhängige Bewegungsfreiheit, Seniorinnen und Senioren bleiben länger selbstbestimmt aktiv, Kinder nutzen sichere, verlässliche Transportwege. Und die Jugend kommt endlich ohne Mama und Papa selbständig überall hin. Damit setzen wir ein starkes Zeichen für Teilhabe, Lebensqualität und Gemeinschaft.
Der Schutz der Natur ist eine unverzichtbare Zukunftsaufgabe. Intakte Ökosysteme sind unsere Lebensgrundlage: Sie bieten Raum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt, speichern Kohlenstoff, regulieren den Wasserhaushalt und schützen unser Klima. Davon profitieren auch wir Menschen – denn Klimaschutz ist Menschenschutz. Der Kreistag hat mit seiner Resolution anerkannt, dass der Klimakrise und ihren Folgen eine besondere Priorität zukommt und Klima-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte bei politischen Entscheidungen stärker berücksichtigt werden müssen. Für uns Grüne ist klar: Dieser Anspruch muss sich auch im konkreten Handeln widerspiegeln.
Durch die Biodiversitäts- und Klimakrise verändern sich Lebensgrundlagen so schnell, dass viele Ökosysteme nicht mehr mithalten können. Die Artenvielfalt nimmt dramatisch ab. Genau deshalb müssen wir erhalten, was uns erhält: reine Luft zum Atmen, sauberes Wasser, gesunde Böden für unsere Ernährung, widerstandsfähige Wälder, lebendige Landschaften und das Netz der Arten, auf dem unser Wohlstand beruht.
Tiefengrundwasser schützen – Trinkwasser ist keine Handelsware
Sauberes Trinkwasser ist unsere wichtigste Lebensgrundlage. Wir setzen uns entschieden dafür ein, Tiefengrundwasser vor kommerzieller Ausbeutung zu schützen und die öffentliche Wasserversorgung klar vor wirtschaftliche Einzelinteressen zu stellen.
Entsiegelung und Begrünung kreiseigener Flächen
Versiegelte Flächen an Schulen, Verwaltungsgebäuden und Parkplätzen wollen wir schrittweise entsiegeln und naturnah gestalten – mit Bäumen, Stauden, Schattenflächen und wasserdurchlässigen Belägen. Das verbessert das Mikroklima, fördert die Biodiversität und stärkt den natürlichen Wasserhaushalt.
Öko-Modellregion Mühldorfer Land verstetigen
Die Öko-Modellregion ist ein wichtiger Motor für ökologische Landwirtschaft, regionale Wertschöpfung und nachhaltigen Konsum. Wir wollen ihre erfolgreiche Arbeit über 2029 hinaus sichern und weiterentwickeln – zum Nutzen von Umwelt, Betrieben und Verbraucher*innen. Der Landkreis soll als Vorbild konsequent bioregionale, saisonale Verpflegung bei landkreiseigenen Veranstaltungen ordern und sich mit einer Quote für mehr Bio-Essen in Schulen einsetzen.
Landschaftspflegeverband stärken, Hecken pflanzen, Streuobstwiesen erhalten
Wir stärken den praktischen Naturschutz im Landkreis durch artenreiche Blühflächen (die sogenannten „Eh-Da-Flächen“) und Hecken entlang von Kreisstraßen, Erhalt unserer Streuobstwiesen sowie eine dauerhafte finanzielle und personelle Stärkung des Landschaftspflegeverbands. So fördern wir die Artenvielfalt, vernetzen Lebensräume und sichern unsere vielfältige Kulturlandschaft gemeinsam mit Landwirtschaft, Kommunen und Naturschutz.
Geothermie gemeinsam voranbringen
Geothermie bietet große Chancen für eine klimafreundliche, regionale Wärmeversorgung. Wir möchten die Umsetzung vorantreiben – mit Sicherheit durch Redundanzen. Der Landkreis soll hierzu einen runden Tisch Geothermie mit interessierten Gemeinden, Fachstellen und der Geothermie Waldkraiburg einrichten, um Wissen zu bündeln und interkommunale Lösungen zu ermöglichen.
Umweltnotruf einrichten – Naturverstöße schnell melden
Nicht genehmigte Baumfällungen oder Eingriffe in Natur und Landschaft erfolgen häufig außerhalb der regulären Dienstzeiten. Wir setzen uns für einen kreisweiten Umweltnotruf ein, über den Umweltverstöße auch abends, an Wochenenden und an Feiertagen direkt bei der unteren Naturschutzbehörde gemeldet werden können. So wird Naturschutz wirksam kontrolliert und Umweltrecht konsequent durchgesetzt.
Wohnen ist mehr als ein Dach über dem Kopf: Es bedeutet Sicherheit, Heimat und Teilhabe. Unser Landkreis soll für alle Generationen lebenswert bleiben. Dafür stehen wir ein: Wir wollen den Kreiswohnungsbau stärken, bezahlbare Mieten sichern und mehr barrierefreie Wohnungen ermöglichen. Familien sollen bezahlbaren Wohnraum finden, ältere Menschen sollen auch im Alter im vertrauten Umfeld bleiben können – ohne den Zwang, in die Stadt umzuziehen. Nachhaltigkeit ist uns dabei wichtig: Durch Sanierung und maßvolle Erweiterung bestehender Gebäude wollen wir neuen Wohnraum mit Zukunft schaffen. So schützen wir Klima und Landschaft und vermeiden zusätzliche Flächenversiegelung.
Lebendige Orte brauchen Räume für Begegnung. Wir setzen uns für offene, barrierearme Treffpunkte für Jung und Alt ein – im Dorf genauso wie in der Stadt. Planung und Gestaltung wollen wir gemeinsam mit den Menschen vor Ort angehen, denn gute Ideen entstehen dort, wo sie gebraucht werden. Ob Sitzbank am Dorfplatz, Picknicktisch am Radweg oder ein Jugendtreff auch außerhalb der Stadt: Gemeinsam gestalten wir Orte, die Zusammenhalt fördern und das Leben im Landkreis bereichern.
Für einen lebenswerten Landkreis Mühldorf – heute und morgen. Der Landkreis Mühldorf steht vor tiefgreifenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen. Die Klimakrise, der zunehmende Fachkräftemangel, steigende Energiepreise und der notwendige Umbau unserer Energie- und Wirtschaftsstrukturen stellen Kommunen, Unternehmen und Beschäftigte vor große Herausforderungen. Gleichzeitig bieten diese Veränderungen die Chance, unsere Region zukunftsfest, gerecht und nachhaltig weiterzuentwickeln.
Als Bündnis 90/Die Grünen setzen wir uns dafür ein, Wirtschaft und Klimaschutz gemeinsam zu denken. Wir sind überzeugt: Eine starke regionale Wirtschaft, sichere Arbeitsplätze und konsequenter Klimaschutz gehören zusammen. Unser Ziel ist ein Landkreis Mühldorf, in dem wirtschaftlicher Erfolg mit Verantwortung für Mensch, Natur und kommende Generationen verbunden ist.
Erneuerbare Energien aus der Region stärken
Eine sichere, bezahlbare und klimafreundliche Energieversorgung ist die Grundlage für wirtschaftliche Stabilität und soziale Gerechtigkeit. Wir wollen den Ausbau erneuerbarer Energien im Landkreis konsequent vorantreiben – mit mehr Photovoltaik auf Dächern, Parkplätzen und geeigneten Freiflächen, mit Bürgerenergieprojekten und einer stärkeren Nutzung regionaler Potenziale. Ein Landkreiswerk kann dabei helfen, Energieerzeugung und Wertschöpfung in kommunaler Hand zu bündeln. So bleibt die Energieversorgung unabhängig, transparent und kommt direkt den Menschen und Betrieben vor Ort zugute.
Wirtschaft im Wandel begleiten und unterstützen
Der ökologische Umbau der Wirtschaft gelingt nur gemeinsam mit Unternehmen und Beschäftigten. Wir setzen uns für verlässliche Rahmenbedingungen, gezielte Förderprogramme und eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Kommunen und Bildungseinrichtungen ein. Klimafreundliche Innovationen, Energieeffizienz und Digitalisierung sollen gezielt unterstützt werden. Gleichzeitig wollen wir Weiterbildung, Umschulung und Qualifizierung ausbauen, damit Beschäftigte aktiv vom Wandel profitieren und neue berufliche Perspektiven entstehen.
Nachhaltig wirtschaften – Natur und Fläche schützen
Eine langfristig erfolgreiche Wirtschaft braucht gesunde Lebensgrundlagen. Deshalb setzen wir auf flächensparende Gewerbeentwicklung, nachhaltige Produktionsweisen und regionale Wirtschaftskreisläufe. Kurze Wege, ressourcenschonende Prozesse und der Schutz von Böden, Wasser und Biodiversität sind für uns zentrale Standortfaktoren. Nachhaltigkeit ist kein Hemmnis für wirtschaftliche Entwicklung – sie ist ihre Voraussetzung.
Gute Arbeit vor Ort sichern
Gute Arbeit ist die Basis für Wohlstand, soziale Sicherheit und Lebensqualität. Wir setzen uns für faire Löhne, sichere Arbeitsplätze und starke Mitbestimmung ein. Ausbildung, Weiterbildung und gute Arbeitsbedingungen wollen wir gezielt fördern, damit junge Menschen im Landkreis Mühldorf eine Perspektive haben und bleiben können. Eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie eine verlässliche soziale Infrastruktur sind dabei entscheidende Faktoren.
Fachkräfte gewinnen und integrieren
Der Fachkräftemangel ist eine der größten Herausforderungen für die regionale Wirtschaft. Wir setzen auf eine aktive Willkommenskultur für Fachkräfte aus dem In- und Ausland. Dazu gehören gute Beratungsangebote, schnelle Anerkennung von Abschlüssen, Sprachförderung sowie Unterstützung bei Wohnen und Integration. Vielfalt und Offenheit stärken unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft.
Handwerk stärken – Innovation fördern
Das Handwerk ist das Rückgrat unserer regionalen Wirtschaft. Wir wollen bestehende Betriebe bei Digitalisierung, Energieeffizienz und Betriebsnachfolge unterstützen. Gleichzeitig sollen neue Technologiezweige angesiedelt und innovative Ideen gefördert werden. Mit einem Center of Excellence im Landkreis Mühldorf wollen wir Handwerk, Mittelstand, Industrie, Forschung und Ausbildung vernetzen. So schaffen wir einen Ort für Innovation, Qualifizierung und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung.
Unser Anspruch:
Ein Landkreis Mühldorf, der wirtschaftlich stark ist, sozial zusammenhält und ökologisch Verantwortung übernimmt.
Der Landkreis Mühldorf wächst seit sechs Jahren stark und auch in den kommenden Jahren steigen die Schülerzahlen weiter. Unsere Bildungsinfrastruktur hält damit nicht Schritt: Während alle umliegenden Landkreise mindestens drei Realschulen haben, fehlt in der Kreisstadt weiterhin eine dritte. Überfüllte Klassen und lange Wege sind die Folge. Gleichzeitig sind viele Turnhallen sanierungsbedürftig und entsprechen nicht mehr modernen Anforderungen.
Die zunehmenden Hitzewellen stellen für Schülerinnen und Schüler eine erhebliche Belastung dar und beeinträchtigen Gesundheit sowie Lernfähigkeit. Viele Schulgebäude sind nicht ausreichend auf hohe Temperaturen vorbereitet. Daher sollten Schulen stärker begrünt und mit ausreichend Schatten ausgestattet werden, etwa durch Bäume, Grünflächen und Sonnenschutz auf Schulhöfen. Zusätzlich ist es notwendig, ein nachhaltiges Konzept zur Kühlung im Sommer zu entwickeln, beispielsweise durch bessere Lüftung, Sonnenschutz an Fenstern und angepasste organisatorische Maßnahmen.
Neben der Verbesserung der Lernbedingungen durch Klimaanpassung müssen Schulen auch besser ausgestattet werden, um Integration und Inklusion zu fördern. Besonders wichtig sind zusätzliche Angebote im Bereich Deutsch als Fremdsprache sowie gezielte Fördermaßnahmen. Ganztagsschulen bieten hierfür geeignete Rahmenbedingungen, da sie Raum für individuellen Förderunterricht und soziale Unterstützung schaffen. Durch diese Maßnahmen kann Chancengleichheit gestärkt und allen Schülerinnen und Schülern eine erfolgreiche schulische Entwicklung ermöglicht werden. JaS-Fachkräfte als wichtige Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche bei verschiedensten Problemen müssen erhalten und bei Bedarf ausgeweitet werden.
Eine enge Zusammenarbeit zwischen Jugendamt und Schulamt sollte gestärkt werden um eine Teilhabe aller Kinder in der Schule gewährleisten zu können und Lehrerinnen und Lehrer zu entlasten.
Neben guter Bildung braucht ein starker Landkreis auch eine lebendige Kultur. Dafür müssen wir Vielfalt fördern, Vereine entlasten und das Ehrenamt stärken.
Bürokratische Hürden und komplexe Sicherheitsauflagen bremsen viele Veranstalter aus. Das Landratsamt soll hier aktiv unterstützen und Hürden abbauen.
Langjähriges Engagement im Ehrenamt verdient Anerkennung – etwa durch Vergünstigungen und bessere Rahmenbedingungen. Besonders die Unterstützung des Kreisjugendringes als Ansprechpartner der Jugendarbeit in Vereinen der JugendleiterCard sind zielführend.
Die Förderung der Jugendarbeit vor Ort soll weiterhin finanziell unterstützt werden um direkte Vernetzung mit Kindern und Jugendlichen vor Ort leisten.
Kunst und Kultur aus der Region sollten stärker gefördert werden, da sie einen wichtigen Beitrag zur Identität und Vielfalt einer Gesellschaft leisten. Es sollten gezielt lokale KünstlerInnen mit eigener, origineller Musik unterstützt werden. Dies gilt insbesondere für Jugendliche, die durch kulturelle Angebote ermutigt werden, ihre Kreativität zu entfalten und eigene Ausdrucksformen zu entwickeln.
Um die kulturelle Vielfalt nachhaltig zu stärken, sind niedrigschwellige und kostenfreie Angebote besonders wichtig. Ein Augenmerk sollte auf die Subkultur gelegt werden, da dies identitätsstiftende Räume in dieser besonderen Lebensphase darstellen. Auch die Unterstützung bei Drittmittelakquise bei Veranstaltung würde helfen. Offene Bühnen, Poetry Slams, Straßenmusikfeste und ähnliche Formate bieten jungen und regionalen Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, sich zu präsentieren und miteinander zu vernetzen. Der Kulturfördertopf soll finanziell besser ausgestattet werden um Cafés und Restaurants, die Live-Musik oder Kunstausstellungen anbieten, finanziell unterstützen zu können. Durch diese Maßnahmen kann eine lebendige, vielfältige und zugängliche Kulturlandschaft entstehen. Das Zusammenkommen von unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen und gesellschaftlich Milieus vor Ort ist in unserer Gesellschaft ein existentieller Beitrag zur Demokratie und trägt erwiesener Maßen zum Zusammenhalt bei. So schaffen wir einen Landkreis, der Bildung stärkt, Kultur lebt und Gemeinschaft fördert.
Unser Ziel einer langfristig lebenswerten Welt gilt für all ihre Bewohner. Das schließt aus unserer Perspektive selbstverständlich auch sämtliche Tiere mit ein. Sie alle haben ein Recht auf ein freies und selbstbestimmtes Leben, was wir bestmöglich realisieren wollen – für Haustiere, Wildtiere und Nutztiere.
Katzenschutz – Registrierung und Kastration
Viele Hauskatzen im ländlichen Raum sind nicht kastriert und vermehren sich unkontrolliert. Das führt zu überfüllten Tierheimen und leidenden Straßenkatzen. Wir fordern eine verbindliche Registrierungspflicht für alle Hauskatzen bis 2030 und ein begleitendes Aufklärungspaket zur Kastration. Diese wollen wir in Zusammenarbeit mit Tierärzten auch finanziell unterstützen.
Wildtiere und Freiflächen
Veranstaltungen mit Wildtieren gefährden Artenschutz und Tiergesundheit. Wir setzen uns deshalb für eine kommunale Verordnung ein, die die Nutzung von öffentlichen Flächen für Wildtier-Shows ab 2028 verbietet.
Stattdessen fördern wir naturnahe Freizeitangebote: Beobachtungsplattformen, Bildungswege und Schutzgebiete, die Menschen und Tiere gleichermaßen bereichern.
Mehr pflanzenbasiertes und Bio-Essen in öffentlichen Einrichtungen
Unsere kreiseigenen Schulen, Rathäuser und das Innklinikum sowie das Landratsamt können Vorreiter für nachhaltige Ernährung sein. Wir setzen uns dafür ein, dass ab 2035 mindestens 50 % der Mahlzeiten pflanzenbasiert und möglichst aus regionalem Bio-Anbau stammen.
Durch transparente Beschaffungslisten und Partnerschaften mit lokalen Bio-Bauern schaffen wir gesunde, umweltfreundliche Kost und unterstützen die regionale Wirtschaft.
Bildung, Aufklärung, Blühflächen und Böllerverbot
Wir starten eine Informationskampagne zu einfachen Maßnahmen um Tieren im Alltag zu helfen:
Mähroboter nur tagsüber einsetzen, heimische Blühflächen anlegen und Hecken als Lebensraum erhalten. Mittelfristig müssen wir jedoch früher ansetzen: Wir fördern eine engere Kooperation unserer Schulen und Kindertagesstätten mit Tierheimen und Bildungszentren. Jedes Kind in Mühldorf soll hautnah erleben können wie Wildtiere in Freiheit leben und welche Rollen domestizierte Tiere in unserer Gesellschaft spielen und wie wir mit ihnen umgehen sollten.
Zudem prüfen wir ein Böllerverbot auf Kreisebene, um Haus- und Wildtiere vor Stress und Verletzungen zu schützen. Schnellaufnahme- und Vermittlungsstrategie für unsere Tierheime
In Kooperation mit unseren Nachbarlandkreisen und den Tierheimen unserer Region wollen wir eine gemeinsame, sowohl personell als auch finanziell stemmbare Strategie, zur Schnellaufnahme und Weitervermittlung von Haus- und Fundtieren schaffen.
Gesundheit ist ein zentrales Element der kommunalen Daseinsvorsorge. Wir Grünen im Landkreis Mühldorf am Inn setzen uns dafür ein, dass Menschen in allen Lebensphasen wohnortnah gut versorgt sind – medizinisch, pflegerisch und sozial. Dabei denken wir Gesundheit ganzheitlich: von Prävention über Versorgung bis hin zu sozialem Zusammenhalt.
Seniorenpolitisches Gesamtkonzept konsequent umsetzen
Der Landkreis Mühldorf verfügt bereits über ein fundiertes Seniorenpolitisches Gesamtkonzept. Es zeigt auf, wie Daseinsvorsorge, gesellschaftliche Teilhabe und pflegerische Versorgung älterer Menschen im direkten Lebensumfeld – z.B. im Quartier – gestärkt werden können.
Wir Grünen setzen uns dafür ein, dieses Konzept wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken und die darin enthaltenen Maßnahmen konsequent umzusetzen. Denn eine älter werdende Gesellschaft braucht eine vorausschauende Politik, die Lebensqualität, Selbstbestimmung und gute Versorgung sichert.
Pflege- und Therapieberufe stärken – Ausbildung attraktiv machen
Pflege ist eine tragende Säule unserer Gesellschaft – ebenso wie die Arbeit der Heilmittelerbringer, etwa in der Physio-, Ergo- oder Logotherapie. Sie sind unverzichtbar für eine ganzheitliche Gesundheitsversorgung im Landkreis.
Wir wollen den Standort der Pflegefachschule im Landkreis gezielt stärken und die Ausbildungsangebote in Pflege- und Heilmittelberufen insgesamt attraktiver machen. Junge Menschen sollen sich bewusst und gerne für diese Berufe entscheiden können.
Der Fokus liegt dabei auf einer hochwertigen Ausbildung vor Ort. Denn wer im Landkreis lernt, knüpft hier soziale und berufliche Netzwerke – und bleibt nach dem Abschluss mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit auch hier tätig. So sichern wir langfristig Fachkräfte für Pflege und Therapie im Landkreis Mühldorf am Inn.
Gemeinsam gegen Vereinsamung – in jedem Alter
„Wir fürs Hier“ muss mit Leben gefüllt werden. Einsamkeit nimmt in allen Altersgruppen zu – besonders bei Senior*innen, aber auch bei Familien, Alleinerziehenden und Alleinlebenden.
Wir setzen uns für die gezielte Förderung von Angeboten um Begegnung, Teilhabe und Gemeinschaft ermöglichen. So stärken wir den sozialen Zusammenhalt im Landkreis – denn ein sozialer Landkreis ist ein gesunder Landkreis.
Ärztliche Versorgung im ländlichen Raum sichern
Der Landkreis Mühldorf profitiert von der Landarztquote der Länder, die Medizinstudent*innen für eine spätere Tätigkeit im ländlichen Raum gewinnt. Wir Grünen verstehen diese Quote als Auftrag: Ärzt*innen entscheiden sich dort für eine Niederlassung, wo gute Arbeitsbedingungen und hohe Lebensqualität zusammenkommen. Wir setzen uns für moderne Versorgungsstrukturen ein – etwa Gemeinschaftspraxen, Medizinische Versorgungszentren, Anstellungsmodelle sowie Teilzeit- und Jobsharing-Angebote. Bezahlbarer Wohnraum ist ein zentraler Standortfaktor. Wir wollen Leerstand gezielt nutzen um Wohnangebote für Beschäftigte im Gesundheitswesen zu schaffen. Auch eine verlässliche Kinderbetreuung und Kulturangebote machen den Landkreis Mühldorf zu einem attraktiven Lebens- und Arbeitsort – und sichern die medizinische Versorgung vor Ort nachhaltig.
InnKlinikum langfristig erhalten und zukunftsfähig gestalten
Eine wohnortnahe, hochwertige medizinische Versorgung ist unverzichtbar. Das InnKlinikum ist ein zentraler Pfeiler der Gesundheitsversorgung im Landkreis Mühldorf am Inn.
Der Landkreis hat sich bereits vor vielen Jahren mutig auf den Weg der Fusion und strukturellen Neuausrichtung gemacht. Diese frühzeitigen, fraktionsübergreifend getragenen Entscheidungen zeigen Wirkung: Das Defizit ist rückläufig, die Strukturen sind stabiler, und das InnKlinikum ist damit vielen anderen Kreiskliniken einen entscheidenden Schritt voraus.
Aber wir möchten weiter: das InnKlinikum soll nicht nur wirtschaftlich stabil werden, sondern sich auch ökologisch, sozial und medizinisch zukunftsfähig aufstellen. Wir wollen gute Ernährung als Teil der Genesung, grüne Energieversorgung durch Fernwärme, nachhaltige Beschaffung und Abfallvermeidung und dass Digitalisierung sinnvoll genutzt wird.
Migration prägt unsere Gesellschaft – sie bringt Vielfalt, neue Ideen und Arbeitskraft. Damit diese Potenziale für alle nutzbar werden, müssen Wohnraum, Bildung und Arbeitsmarkt gezielt vernetzt werden. Wir setzen uns für ein inklusives Miteinander ein, das Chancen schafft und Überforderung vermeidet.
Moderne Wohnformen
Wir fördern gemeinschaftliches Wohnen, Umbauten und Zwischennutzungen, die schnell und flexibel Platz für Neuankömmlinge schaffen. Wir fordern: Jede Kommune soll bis 2030 mindestens ein Wohnbaugenossenschafts‑Projekt mit 30 % bezahlbaren Einheiten für Geflüchtete realisieren. Informations‑ und Beratungskampagnen unterstützen Bürgerinnen und Vermieterinnen beim Umstieg auf diese Modelle.
Dezentrale Unterkünfte & faire Verteilung
Großunterkünfte an Randstandorten spalten den Sozialraum. Wir setzen auf Unterkünfte, die das Zusammenleben im Quartier stärken. Die Verteilung von Geflüchteten soll sich an der Einwohnerzahl orientieren, um gleiche Chancen im Landkreis zu schaffen. Kommunen, die zusätzlich Wohnraum bereitstellen und Geflüchtete in reguläre Wohnungen integrieren, sollen entlastet und unterstützt werden.
Bildung, Sprache & Arbeitsmarkt
Frühzeitige Integration beginnt in Kitas und Schulen. Wir erhöhen die Zahl von Integrations‑ und Sprach‑Betreuungskräften und stellen mehrsprachige Informationsmaterialien bereit. Unternehmen erhalten kostenlose Workshops, wie sie ausländische Fachkräfte finden und unterstützen können.
Wir setzen uns zudem für den Ausbau von Sprachkursen im Landkreis Mühldorf ein, insbesondere für zusätzliche Abend- und Wochenendkurse, damit auch berufstätige Menschen besser daran teilnehmen können. Gleichzeitig fordern wir einen konsequenten Abbau von Bürokratie. Anträge und Formulare sollen einfacher, übersichtlicher und in verständlicher Sprache gestaltet werden, damit sie für alle Bürgerinnen und Bürger gut nachvollziehbar sind.
Durch diese vernetzten Maßnahmen bauen wir eine Willkommenskultur, die allen Menschen ein selbstbestimmtes Leben in unserer Region ermöglicht.
Wir setzen uns für die Modernisierung öffentlicher Gebäude ein, indem wir intelligente Energiesysteme sowie gezielte Energiesparmaßnahmen fördern. Wir unterstützen den regionalen Ausbau erneuerbarer Energien wie Wind, Photovoltaik und Geothermie, um die Versorgung nachhaltig und unabhängig zu gestalten. Wir stärken gemeinschaftliche Initiativen für regionale Energieversorgung und prüfen gezielte Zuschüsse für Balkonkraftwerke, damit auch Mieter eigenen Solarstrom erzeugen können. Wir möchten die Energiesprechstunden auch für lokale Unternehmen anbieten. Zusätzlich legen wir großen Wert auf den Schutz kritischer Infrastrukturen wie Bahn- und Verwaltungs-IT und setzen auf eine moderne, sichere Verwaltung auf europäischer Open-Source-Basis, die Verlässlichkeit und Datenschutz gewährleistet.