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Grüne befürworten Wertstofftonne statt Gelber Sack

Die Grünen im Landkreis Mühldorf wollen endlich eine gelbe Tonne für Wertstoffe. Das Chaos mit Coupons, zerissenen Plastiksäcken und über die Straße verteilten Verpackungen muß ein Ende haben. Die Debatte steht außerdem in einem größeren Kontext, da seit Jahresbeginn China keinen Müll mehr von Europa kauft. Kreisrat Peter Uldahl: „Der Fokus liegt nicht mehr auf Sammeln und Recycling, sondern auf einem Vermeiden von Müll und auf 100% Wiederverwertung aller Wertstoffe.“ 

Deutschland steht beim Plastikmüll europaweit an 4. Stelle, also werden wir mit dem Importstopp der Chinesen auf riesigen Plastikmüllbergen sitzen bleiben. Laut einer Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft produziert jeder Deutsche im Durchschnitt 37 Kilo Plastikmüll im Jahr – seit 2008 ist dies ein Anstieg von 30% pro Kopf! Laut Umwelt-Bundesamt wird davon aber nur ein Drittel wiederverwertet. Vom Rest wurde ein Großteil bis dato exportiert, der Rest verbrannt. Verbrennen ist auch problematisch: Dem Naturschutzbund nach sind viele Anlagen veraltet, emittieren zu viele Schadstoffe und nutzen die erzeugte Energie zu wenig. Außerdem kann vieles, was in der grauen Restmülltonne landet, wiederverwertet werden.

Landtagskandidatin Judith Bogner dazu: „Wir sollten die Situation als Chance begreifen und unseren Umgang mit Verpackung, Plastik und allen verarbeiteten Wertstoffen umgehend ändern. Die Bereitschaft in der Bevölkerung dafür ist vorhanden. Dies zeigen Initiativen wie Plastik-Fasten und den Erfolg von neuen Pfand-Geschäftsmodellen wie etwa RECUP für Kaffeebecher”.

Die Lösung liegt auf der Hand: 1) Grundsätzlich rigoros Verpackungsmüll  reduzieren durch umweltbewußtes Einkaufen und Konsumieren. 2) Plastik gezielt durch innovative Alternativen ersetzen, die zu 100% biologische abbaubar sind, wie etwa Pilze, Milcheiweiß, Hanf oder Seetang. 3) Alle nicht biologisch abbaubaren Verpackungen müssen in Sinne der Kreislaufökonomie zu 100% wiederverwertet, also gesammelt und der Wiederverwertung zugeführt werden. Experten zufolge sammeln Haushalte mehr mit einer Werkstofftonne als mit einem gelben Sack. Auf der Seite der Hersteller müssen alle Wertstoffe für die Wiederverwertung lizensiert werden. Also nicht nur Joghurtbecher und Aludosen, sondern etwa auch Kleiderbügel oder Spielzeug. In einer Kreislaufökonomie wird es keine Müllberge mehr geben. 

Interview Judith Bogner mit Radio ISW: judithbogner.fuer-die-gruenen.de/2018/04/17/gelbe-tonne-oder-gelber-sack-interview-mit-radio-isw-16-april-2018/

Quellen:

www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/abfall-und-recycling/verbrennung/21106.html www.tagesschau.de/wirtschaft/eu-plastikmuell-101.htmlhttp://www.lead-innovation.com/blog/5-innovative-verpackungen-der-zukunft-ohne-plastik www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/wertstofftonne-statt-gelber-sack-neue-muelltonne-soll-das-chaos-beenden/12272478.html