Bäuerliche Landwirtschaft Kommunalpolitik

Glückliche Strohschweine: So geht nachhaltige konventionelle Landwirtschaft

Am 4. Juli 2019 war Rainer Stöger, unser grüner Gemeinderat aus Ampfing, als Repräsentant der Landkreisgrünen zu Gast bei den Strohschweinen der Familie Bauer in Heimpolding. Hier ist sein Erfahrungsbericht.

„Ich muss sagen: Beeindruckend und wieder einiges gelernt! Familie Bauer bewirtschaftet rund 200 ha und liefert wöchentlich 60 Schweine an die Metzgerei Stuhlberger aus Wartenberg. Von den nackten Zahlen hätte ich im Vorfeld gedacht ‚ui, ein Großer, Massentierhaltung, nicht mein Ding‘.

Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Die Schweine können ins Freie – was sie ausgiebig nutzen – haben ordentlich Stroh und fühlen sich sichtlich wohl. Es hat Freude gemacht, die Tiere zu beobachten. Auch das persönliche Gespräch mit Seniorchef Adi Bauer zeigte auf, daß da ein Landwirt am Werk ist, der die Gratwanderung verstanden hat. Als die Idee mit Sohn Martin geboren wurde, dass die Schweine an die frische Luft müssen, haben die beiden alle Optionen durchgespielt. Bio, konventionell, anonym oder mit ihrem guten Namen. Aber ganz so einfach war es nicht, denn ein Betrieb in dieser Größe braucht konstante Abnehmer.

Durch Zufall kam der Kontakt zu Dr. Ludwig Stahlberge, zustande. Er ist gelernter Veterinär und Metzger und war auf der Suche einem besseren Schweinelieferanten. Ich hab das Gefühl, da haben sich die Richtigen gefunden. Gemeinsam feilten sie an der Haltung und Fütterung und sind sicher noch nicht am Ende der Perfektionierung. Das Grillfleisch (Spidercut, auch mal was Neues), das wir vor Ort frisch gegrillt verkosten durften, war vom Feinsten. Gewürzt nur mit Salz, ein Gaumenschmaus. Glückliche Schweine, guter Geschmack.

So kann ich mir nachhaltige konventionelle Landwirtschaft vorstellen: Eine Kreislaufwirtschaft, Futter in Eigenregie erzeugt, Strohmist mit ein wenig Silphie füttert die Biogasanlage (die Abwärme wird komplett auf dem Hof verbraucht) und die Gülle wird als Dünger für die eigenen Felder verwendet (zusätzlicher Dünger wird kam benötigt). Sicher ist auch hier noch Optimierungspotential, aber das sehen auch die Bauers und Dr. Ludwig Stuhlberger so.“

Rainer Stöger, 4. Juli 2019

Webseite der Familie Bauer: www.heimpoldinger-strohschwein.de