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Vortragsabend „Mitgliederladen für Mühldorf“ stark besucht

„Wirtschaften im Sinne der Menschen, nicht im Sinne des Profts“ – dieser Leitgedanke des ÖkoEsel Mitgliederladensfndet auch in Mühldorf starke Resonanz in der Bevölkerung. Rund 40 Interessierte waren der gemeinsamen Einladung derSolawi Lenzwald e.V., des Kreisverbands Bündnis 90/DIEGRÜNEN und der Grüne Jugend Mühldorf am 21. November 2019 zum Vortragsabend „Ein Mitgliederladen für Mühldorf“ gefolgt.

Hauptreferent war ÖkoEsel-Gründer Johannes Schmidt, der sein Konzept des ersten Mit-gliederladens in München erklärte. Sein Laden ist kooperativ geführt und bietet hoch-wertige und biologische Lebensmittel, teils regional und unverpackte Artikel des tägli-chen Gebrauchs zu einem besonders günstigen Preis an. Dabei gibt es eine doppelte Bepreisung. Für die Mitglieder wird der um den Inhabergewinn reduzierte Preis ange-setzt, alle anderen dürfen zu marktüblichen Preisen ebenfalls einkaufen. Dies ist kein geschlossenes System, hier ist jeder willkommen. Beim ÖkoEsel liegt der normale Mit-gliedsbeitrag bei 15 € / Monat. Dies ermöglicht, dass die Mitglieder um bis zu 30 % un-terhalb der unverbindlichen Preisempfehlung einkaufen können. Die Mitgliedschaft ist monatlich kündbar.

Johannes Schmidt stellte die Räumlichkeiten seines Geschäftes mit Hilfe eines Filmbei-trages der ZDF Drehscheibe vor. Er erzählte außerdem über sein Crowdfunding und vomBesuch des Fernsehkochs Tim Mälzer. „Die Mitgliedschaft kann sich bereits mit dem er-sten Wocheneinkauf lohnen! Die Preise wurden mit einem Bioladen verglichen. Die Er-sparnis variierte je nach Marge des Produktes.“, so kommentierte der Münchner Andreas Mirgel, der Mitglied beim ÖkoEsel ist, aus der Perspektive als Konsument.

Gabriel Erben, Gärtner der Solawi (Solidarischen Landwirtschaft) Lenzwald in Polling erklärte die primäre Motivation für solch eine Mitgliedschaft: „Der Fokus sollte auf einer lokalen Lebensmittelversorgung für alle liegen. In Deutschland werden nur ca. 10 bis 11Prozent des Einkommens in Lebensmittel investiert – nur 20 % davon landen beim Er-zeuger. Wollen wir billige Lebensmittel einkaufen oder die Agrarwende angehen?“

Um den TeilnehmerInnen einen Überblick über die bereits bestehenden Mitglieder- und Unverpackt Läden, sowie die bisherigen Rechercheergebnisse und zukünftigen Vorha-ben zu ermöglichen, stellte Organisatorin Virginia Seibold ein Konzeptpapier für den „MiLaMü“ (Mitgliederladen Mühldorf) vor. So hätten FoodCoops bzw. Mitgliederläden schon in den 70er Jahren durch eine Gegenbewegung zur konventionellen Landwirt-schaft eine Renaissance erlebt. Deshalb gibt mittlerweile alleine in Deutschland ca. 3000 solcher Modelle. In Mühldorf will die Initiative in einem potentiellen Laden diver-se Artikel anbieten, beispielsweise Obst und Gemüse von regionalen Erzeugern, Grund-nahrungsmittel wie Brot, Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und Saaten, aber auch hand-gemachte Seifen und Wasch- und Reinigungsmittel. Außerdem würden die Wünsche derMitglieder berücksichtigt. Alles nach Möglichkeit „unverpackt“, was auch am Puls der Zeit ist.

Im Anschluss an den Vortrag gab es eine konstruktive Diskussion und ein Vernetzen, umweitere Schritte zu verabreden. Wie sich ein solcher Laden für Mühldorf realisieren lässt, möchte die Initiativgruppe MiLaMü in den kommenden Wochen erarbeiten (Pro-jektierung, Crowdfunding, Sponsoren ins Boot holen, Netzwerken, Business Plan, Ver-triebswege, Werbekampagne etc.).

Jeder, der sich angesprochen fühlt, dieses Projekt mit zu verwirklichen oder auf dem Laufenden bleiben möchte, darf sich gerne bei der Organisatorin Virginia Seibold für dieInitiativgruppe MiLaMü melden. Sie ist per Email unter oder per Mobil unter 017623247024 erreichbar.