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Elend vor unserer Haustüre: MÜHLDORFER GRÜNE fordern Schutz für Geflüchtete auf den griechischen Inseln und in Bosnien

Dazu lesen Sie die Pressemitteilung vom 04.03.2021:

Der Kreisverband und die Kreistagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN machen mit Aktionen und Veranstaltungen auf das Elend der Menschen in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln und in Bosnien aufmerksam. Ihre Forderung: Im Namen der Menschlichkeit muss sich Staatsregierung dringend mit einem Aufnahmeprogramm für den Schutz der Geflüchteten einsetzen.

Kreisrätin Lena Koch erklärt: „Die Situation in den griechischen und allen anderen Hotspot-Lagern, bspw. in Lipa, ist schon lange menschenunwürdig. Der Winter hat die humanitäre Katastrophe zusätzlich verschärft. Verantwortungen werden nur hin und her geschoben. Hilfsorganisationen wird das Helfen teilweise unmöglich gemacht. Bayern muss Menschlichkeit beweisen und einen größeren Beitrag leisten, um diese unerträgliche Situation endlich zu beenden.“

Bereits vor dem Brand im September war das Flüchtlingslager Moria auf Lesbos ein Ort des Elends. Jahrelang lebten dort mehrere Zehntausend Geflüchtete auf engstem Raum in einfachen Zelten unter unmenschlichen Bedingungen, fast ohne medizinische Versorgung und notdürftigen hygienischen Bedingungen. Unter ihnen sind auch viele besonders schutzbedürftige Personen wie unbegleitete Kinder, alleinreisende Frauen und Menschen mit Behinderung.

Das provisorische Nachfolgelager Kara Tepe hat die unmenschliche Lage um ein Vielfaches verschlimmert und wird zur Recht als Hölle bezeichnet: Die Menschen hausen bei Stürmen und Temperaturen unter null Grad in einfachen Zelten mit schlammigem Boden. Es kommt zu Überschwemmungen und Überfällen. Nach Kriegs- und Gewalterfahrungen und der dramatischen Flucht übers Mittelmeer erleiden die Geflüchteten – darunter auch 2500 Kinder – wiederholt Misshandlungen und Traumatisierung.

Laut Kreissprecher Zacharias Spörl dürfen wir diesem Elend vor unserer Haustüre nicht länger tatenlos zusehen: „Die Ankündigung der Bundesregierung, deutschlandweit insgesamt 1553 Personen aufzunehmen und auf die Bundesländer aufzuteilen, ist völlig unzureichend. 16 Kommunen allein in Bayern haben bereits ihre Aufnahmebereitschaft erklärt. Die Zivilgesellschaft will helfen – die bayerische Staatsregierung muss das mit einem Aufnahmeprogramm endlich zulassen.“

Um über die Situation der Geflüchteten zu informieren und den dringenden Aufruf für ein bayrisches Aufnahmeprogramm zu unterstützen sind folgende Aktionen und Veranstaltungen geplant:

Online-Veranstaltung „Und Europa schaut zu: das Flüchtlingsdrama vor unserer Haustür!“ am Dienstag, den 09.03.2021 von 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr, moderiert von Lena Koch und mit Beiträgen von:

  • Alea Horst, Fotografin und Helferin: Als selbstständige Fotografin engagiert sie sich seit Jahren für soziale Projekte und war dafür schon in Syrien, Rumänien und Bangladesch unterwegs. Mit ihren eindrücklichen Aufnahmen aus den Flüchtlingslagern auf Lesbos dokumentiert sie, wie unmenschlich die Situation dort tatsächlich ist.
  • Margarete Bause, MdB BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Als Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion für Menschenrechte und humanitäre Hilfe forderte sie bereits im Dezember „die Bundesregierung auf, sich für die Einhaltung menschen- und europarechtlicher Standards einzusetzen, die Aufnahme Geflüchteter von den griechischen Inseln in Deutschland zu beschleunigen und die Zusagen angesichts der Aufnahmebereitschaft in Bundesländern, Städten und Gemeinden zu erhöhen“. (Quelle https://www.margarete-bause.de/de/article/174.weihnachtsappell-für-eine-humanitäre-aufnahme-geflüchteter-von-den-griechischen-inseln.html)
  • Benedikt Funke, Diplom-Wirtschaftsingenieur, SOS MEDITERRANEE: Benedikt Funke ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im deutschen Museum in München. Zwischen 2016 und 2018 war der Diplom-Wirtschaftsingenieur auf zivilen Seenotrettungsschiffen im Einsatz, zum Teil auch als Kapitän. Die Erlebnisse und Bilder, die er in dieser Zeit gesehen hat, haben sich ihm ins eingebrannt: Wie sie zum ersten Mal eine Leiche an Bord des Schiffes nahmen. Oder die Mutter auf dem Schlauchboot, die mitten auf dem Mittelmeer ihren einjährigen Sohn in die Arme drückte.

    Die Videoaufzeichnung der Veranstaltung finden Sie hier.

Zusätzlich rufen der grüne Kreisverband und die grüne Kreistagsfraktion alle Menschen im Landkreis Mühldorf dazu auf, die Online-Petition „Menschlichkeit jetzt!“ des Bündnis #BayernNimmtAuf zu unterzeichnen:

  • Link zur Petition: https://www.openpetition.de/petition/online/menschlichkeit-jetzt-schutz-fuer-gefluechtete-aus-den-griechischen-lagern-bayernnimmtauf
  • Marcus Mittermaier ist Schirmherr des Bündnis #BayernNimmtAuf und schildert seine tiefe Betroffenheit: „Die Bilder aus Moria bewegen mich sehr. Wie kann es sein, dass solche Zustände in Europa herrschen dürfen? Für mich – und ich glaube auch für viele andere Menschen in diesem Land – ist klar, gegen diese inhumanen Zustände muss etwas getan werden. Gemeinsam wollen wir erreichen, dass sich auch Bayern für ein eigenes Aufnahmeprogramm stark macht.“
  • Mehr Informationen zu den Aktionen und Anträgen der grünen Kreistagsfraktion und des Kreisverbandes finden Sie unter www.hafen-mue.de

Für den Kreisverband Mühldorf BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Zacharias Spörl und Kerstin Daser, Kreisvorsitzende

Für die Kreistagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Landkreis Mühldorf

Lena Koch, Kreisrätin